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1980  

 

Am 10. Juli 1980 auf der Jahresversammlung des Gründungsgremiums kam es zur Gründung eines „vereinten“ Stadtverbandes, der Hans-Bernhard Nordhoff zum 1. Vorsitzenden, Herbert Walther zum 2. Vors., Georg Batz zum Schatzmeister sowie Ingolf Hartmann zum Schriftführer und Geschäftsführer wählte. 63 Gruppierungen hatten die Aufnahme in den neuen Stadtverband beantragt. Jedoch blieb auch die Vorstandschaft des alten Stadtverbandes im Amt, ohne allerdings nennenswerte Aktivitäten zu entfalten. Zwei Jahre später, im Oktober 1982 schließlich erfolgte die endgültige Verschmelzung.

Finanzielle Förderung der Stadtverbandsarbeit
Im Jahr 1980 erhielt der Stadtverband erstmals das Recht, bei der Vergabe der Mittel an kulturelle Vereine durch die Stadt mitreden zu können. Insgesamt standen in dem Jahr 55.000 DM an Fördermitteln zur Verfügung.

Für eine Werbeaktion in den Kulturvereinen zum Beitritt in den Stadtverband wurde ein Faltblatt erstellt.

 

1981 

 

Um die Zusammenarbeit und das Verständnis der Mitgliedsvereine untereinander zu fördern, organisierte man gemeinsame Treffen. Zur festen Einrichtung wurde die „Veranstaltung zum Kennenlernen“, die erstmals am 31. März im Kulturtreff Helmstraße stattfand. Die Begegnungsabende – oft mit kulturellen Auftritten -dienten dem Zweck, die Kommunikation unter den Vereinen zu verbessern und die Vielfalt der Vereine gegenseitig bekannt zu machen.

Die Ausstellung im Rathaus-Foyer anlässlich des „Jahres des ehrenamtlichen Helfers“ nutzten viele Mitgliedsvereine zur Präsentation ihrer Aktivitäten vor einem großen Publikum.

Im Jahr 1981 wirkte der Stadtverband zudem bei mehreren größeren Veranstaltungen in der Stadt mit. So bei den Erlanger Kulturtagen im Mai, die anlässlich der 20-jährigen Partnerschaft mit Eskilstuna unter dem Thema „Begegnung mit Skandinavien – Schwerpunkt Schweden“ standen. Auch bei der Durchführung des bayerischen Landesmusikfests in Erlangen Ende Mai half der Stadtverband mit Kontakt zu den teilnehmenden Gruppen aus dem In-und Ausland herzustellen.

Die Mitgliederzahl erhöhte sich bis Ende 1981 auf 77. Die Stadt stockte die Fördermittel um
15.000 DM auf 70.000 DM auf.

 

1982 

 

Die Vororte werden kulturell „entdeckt“
Ab dem Jahr 1982 begann der Stadtverband sich verstärkt um die Kultur in den Vororten zu kümmern. Die zweite Veranstaltung des Stadtverbandes zum gegenseitigen Kennenlernen am
23. März in der Freizeitanlage Brucker Höhe war deshalb dem Thema „Stadtteilkultur“ gewidmet.

Der Stadtverband beteiligte sich an den Erlanger Kulturtagen unter dem Motto „Kunst und Kultur aus der Region“ mit zwei Veranstaltungen im Redoutensaal. Am 19. September umrahmten Mitgliedsvereine musikalisch die Premiere eines Films über die historische Innenstadt und am 23. September präsentierten sich Vereine mit „Musik, Tanz und Texten aus Franken“.

Auf der Jahreshauptversammlung am 19. Oktober kam es – wie bereits angesprochen -zur endgültigen Bildung des geeinten Stadtverbandes. Hans-Bernhard Nordhoff (1. Vorsitzender) und Herbert Walther (2. Vorsitzender) wurden in ihren Ämtern bestätigt, Christa Zoller wurde zur Schatzmeisterin, Karl Heinz Lindner zum Schriftführer und Geschäftsführer gewählt.

 

1983 

 

Auf der Vorstandssitzung im Februar wurde der Grundstein zur künftig sehr engen Beziehung des Stadtverbandes zur russischen Stadt Wladimir nach einer Information von VHS-Direktor Klaus Wrobel gelegt. Wrobel hatte an einer Erkundungsreise nach Wladimir teilgenommen.

Im April feierte der Stadtverband zum ersten Mal den „Frühling in der Stadt“ als Kulturabend im Redoutensaal. Im Oktober beteiligte man sich an den Erlanger Kulturtagen „Begegnungen mit Ungarn“ und sorgte für die Unterbringung ungarischer Teilnehmer in Gastfamilien. Im Oktober befragte der Stadtverband im Rahmen des EWerk-Podiumsgesprächs „Parteien und Kultur“ die im Stadtrat vertretenen Parteien zu ihren kulturpolitischen Vorstellungen.

 

1984 

 

Am 14. Januar organisierte der Stadtverband ein Vereinsseminar. Als Gastreferent berichtete der wissenschaftliche Mitarbeiter beim Deutschen Städtetag, Dr. Helmut Lange, über den „Beitrag der Amateurkultur zum kulturellen Leben in der Bundesrepublik Deutschland -freiwillige Leistung oder unverzichtbare Triebkraft“. Außerdem wurde noch über die Themen Vereinsorganisation, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzen diskutiert.

Im Redoutensaal gab es wieder den Musikabend „Frühling in der Stadt“ und auch an der Ausstellung im Rathaus-Foyer beteiligten sich Mitgliedsvereine. In einer Stadtteilkultur-Veranstaltung in Frauenaurach präsentierten sich die ortsansässigen Vereine.

Aktive Rolle in den Städtepartnerschaften
Das Highlight des Jahres war die erste Flugreise es Stadtverbandes im Herbst nach Moskau und Wladimir – noch vor der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit der russischen Stadt. 39 Vereinsvorstände und Multiplikatoren nahmen daran teil.

Die Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung bestätigten die Vorstandschaft mit Hans-Bernhard Nordhoff, Herbert Walther, Christa Zoller und Karl Heinz Lindner. Der Stadtverband zählte 87 Mitgliedsvereine. Die städtischen Fördermittel wurden auf 90.000 DM aufgestockt, hinzu kamen ganz neu 20.000 DM für Materialkosten.

 

1985 

 

Der Kulturabend „Frühling in der Stadt“ war im „Europäischen Jahr der Musik“ in das städtische Motto „Musik in Erlangen“ eingebettet. Auf Einladung des Stadtverbandes machte der Wladimirer Kammerchor von Eduard Markin während einer Deutschlandreise zu zwei Konzerten in der Hugenottenkirche und in der Stadthalle Station in Erlangen.

Seine Bemühungen, Stadtteile und Vororte verstärkt mit Leben zu erfüllen, hatte der Stadt-verband im Eltersdorfer Freizeitzentrum St. Kunigund fortgesetzt. Außerdem wurde das Seminar „Amateur und Profi“ veranstaltet, an dem sich mehr als 30 Vereinsvertreter beteiligten und man beschäftigte sich in einer Arbeitsgruppe mit der Förderung von Theatergruppen.

Um sich untereinander besser kennenzulernen, beschloss die Mitgliederversammlung, dass Vorstandssitzungen künftig in verschiedenen Räumen der Mitgliedsvereine stattfinden sollen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde darüber hinaus die Einrichtung eines hauptamtlichen Geschäftsführers nach dem Muster des Stadtverbandes der Erlanger Sportvereine gefordert. Mit seiner Hilfe sollte die Arbeit des Stadtverbandes – zum Beispiel die Koordinierung von Veranstaltungen und die Planung und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen – intensiviert und die Unterstützung der Mitgliedsvereine verbessert werden. Auf der Vorstandssitzung im Februar des nächsten Jahres wurde die Anstellung beim Stadtverband beschlossen und ein Personalkostenzuschuss in Höhe von rund 20.000 DM bei der Stadt zu beantragen.

 

1986 

 

Ära Lindner – 1. Teil
Der langjährige Vorsitzende Hans-Bernhard Nordhoff wurde zum 1. April als Kulturreferent nach Kassel berufen und konnte deshalb sein Erlanger Ehrenamt nicht länger ausüben. Im Rahmen des Musikabends „Frühling in der Stadt“ wurde Hans-Bernhard Nordhoff offiziell verabschiedet. Der stellvertretende Vorsitzende Herbert Walther übernahm zusammen mit Karl Heinz Lindner die kommissarische Leitung des Stadtverbandes bis zum Zeitpunkt der Neuwahl. Zudem verstarb Herbert Walther bereits wenige Monate später am 11. Juli im Alter von 74 Jahren.

Der Stadtverband startete die zweite Partnerschaftsreise nach Wladimir, wo auch die „Erlanger Kulturtage“ gefeiert wurden. Die sich anbah-nende Städtepartnerschaft mit Jena in der DDR soll mit eigenen Impulsen geprägt werden.

Der Stadtverband beteiligte sich am historischen Stadtspiel anlässlich des Hugenottenjahres (1786 – 1986) sowie an einer städtischen Reise, die im Mai mit einem Sonderzug nach Eskilstuna führte, um dort das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum zu feiern. Außerdem wurde ein Kennenlern-und Gesprächsabend für Vereinsvorsitzende im Heim des Trachtenvereins abgehalten. Die Stadtteilkulturveranstaltung, die in Tennenlohe geplant war, musste abgesagt werden, ebenso wie die Ausstellung der Mitgliedsvereine im Rathaus-Foyer.

Nach dem Wechsel des Vorsitzenden Hans-Bernhard Nordhoff nach Kassel und dem Tod seines langjährigen Stellvertreters Herbert Walther musste auf der Jahreshauptversammlung am 6. November das Präsidium neu besetzt werden. Nachfolger von Nordhoff wurde Karl Heinz Lindner. Zum 2. Vorsitzenden wurde Erwin Gregor, zum 3. Vorsitzenden Hermann Wermund gewählt. Christa Zoller blieb Schatzmeisterin, zur Schriftführerin wurde Brunhilde Hummich bestellt. Durch eine Klausel bekam Georges Cheliotis als Vertreter der ausländischen Organisationen Sitz und Stimme im Beirat. Der Verbandsname wurde von „Stadtverband kulturelle Amateurvereine e.V.“ in „Stadtverband der Erlanger Kulturvereine e.V.“ geändert. Auf der Jahreshauptversammlung der mittlerweile 98 Vereine zählenden Vereinigung teilte Bürgermeisterin Ursula Rechtenbacher mit, dass die Stelle für den hauptamtlichen Geschäftsführer aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden kann.

Die erste Sitzung der neu gewählten Vorstandschaft fand in den Räumen des Türkisch-Deutschen Solidaritätsvereins statt, auch um ein Zeichen gegen den Abriss des Hauses im Zuge des Hochstraßen-Baus zu setzen.

 

1987 

 

„Aktiv sein im Verein“ wird zum durchschlagenden Logo
Die Blumenschau im Rahmen des Stadtmottos „Grün in Erlangen 87“ wurde unter anderem durch das zweitägige „Festival der Erlanger Kulturvereine“ umrahmt. Organisatorisches Neuland betrat der Stadtverband im September mit einer groß angelegten Informationsveranstaltung „Tag der Vereine“ zusammen mit dem Stadtjugendring und dem Stadtverband der Erlanger Sportvereine. Schloss-und Marktplatz bildeten eine große Schaubühne, auf der sich über 70 Vereine präsentierten. Anlässlich dieses ersten „Tages der Vereine“ wurde auch das Logo „Aktiv sein im Verein“ kreiert.

Weitere Aktivitäten waren die Organisation des mittlerweile fünften „Frühling in der Stadt“ (erstmals auch mit der Teilnahme von Theatergruppen), eine Busfahrt nach Kassel, der Kennenlern-Abend und Vereinsseminare zu den Themen Vereine & Steuern sowie Versicherungsfragen.

Zum festen Programm zählte mittlerweile auch die Pflege der Städtepartnerschaften. So gab es eine Reise nach Wladimir und die Teilnahme an den Wladimirer Kulturtagen in Erlangen, in deren Rahmen der Stadtverband die Betreuung des Ensemble RUS bei seinem Folkloreabend in der Stadthalle übernahm. Weniger herzlich ließen sich die Beziehungen zur neuen Partnerstadt Jena an. Im Oktober – ein halbes Jahr nach Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages – wurde eine 35-köpfige Reisegruppe in die thüringische Stadt dort von den Offiziellen völlig ignoriert. Selbst die Unterbringung musste in der Nachbarstadt Erfurt erfolgen.

 

Folkloregruppe russischen Partnerstadt Wladimir 

 

Bei einem Wochenendseminar in Haidhof legte die Vorstandschaft Programm und Zukunftsperspektiven der Arbeit fest. Neben der Intensivierung der Kontakte des Stadtverbandes mit seinen Mitgliedsvereinen wurde auch der Wunsch nach einem Haus der Vereine laut, das man entweder in Eigenregie bauen oder als bestehendes Gebäude umrüsten wollte. Als Vorbild diente das Haus der Vereine in der französischen Partnerstadt Rennes. Neben dem Problem, ein geeignetes Gebäude zu finden, verhinderte aber vor allem die sich deutlich verschlechternde Finanzlage der Stadt die Realisierung der Idee. Aufgestockt wurden die Zuschüsse auf 117.000 DM, zuzüglich 20.000 DM für Material und neu 900 DM für internationale Begegnungen.

Bei der Jahreshauptversammlung am 3. Dezember erfolgte die zweite Satzungsänderung, hauptsächlich was Aufgaben und Zielsetzungen anbelangt, auch wurde die Wahlperiode von zwei auf drei Jahre verlängert. Darüber hinaus forderten die Delegierten die Einrichtung eines Kulturbeirates. Ähnlich dem Sport-und dem Ausländerbeirat sollte er den Kulturauschuss des Stadtrates beraten und als Bindeglied zwischen Stadtrat und Kulturszene wirken. Auch die Idee eines „Stadtverbandes der Sozialvereine“ kam in der Versammlung auf. Der Mitgliedsbeitrag wurde von 12 DM auf 60 DM angehoben. Die Mitgliederzahl ist mittlerweile auf über 100 Vereine mit etwa 12.000 Mitgliedern angewachsen.

Dritte Auflage der Broschüre „Kultur und Freizeit in Erlangen“ listet mehr als 400 kulturschaffende Amateur-Vereinigungen auf.

 

1988 

 

Die Vorstellung von einem „Haus der Vereine“ nahm trotz widriger Finanzierungsperspektiven klarere Formen an. Man hatte ein eigenständiges Haus mit Veranstaltungs-und Tagungsräumen sowie technischen Ausrüstungen im Auge, das in der Verantwortung des Stadtverbandes geführt werden sollte. Einen Teilerfolg gab es bei der Installation eines hauptamtlichen Geschäftsführers. Der Stadtrat genehmigte für zwei Jahre eine Halbtagskraft als AB-Maßnahme.

Erstmals nahm der Stadtverband am Brucker Faschingszug teil. Beim Klassiker „Frühling in der Stadt“ standen diesmal Kinder und Jugendliche auf der Bühne des Redoutensaals. Der Stadtverband organisierte darüber hinaus eine Diskussion „Erlanger Theater wohin?“ und das Seminar „Vereinsförderung in Erlangen“ mit dem Ostberliner Literaturwissenschaftler Heinz Dieter Tschörner.

 

. Der Italienisch-Deutsche Verein in venezianischen Masken beim Brucker Faschingszug

 

Einen breiten Raum nahmen auch die Kontakte zu den Partnerstädten ein. Zum vierten Mal reiste eine Gruppe nach Wladimir, Moskau und Leningrad. Eine Delegation aus der Vorstandschaft besuchte Rennes zur Vorbereitung des 25jährigen Partnerschaftsjubiläums, das im Folgejahr in der französischen Stadt geplant stattfindet. Der Vorsitzende nahm an einer Erkundungsreise in die neue Partnerstadt Stoke-on-Trend in Nordwest-England teil.

Bei den Vorstandswahlen in der Jahreshauptversammlung wurden Karl Heinz Lindner (1. Vorsitzender), Brunhilde Hummich (2. Vorsitzende), Georges Cheliotis (3. Vorsitzender), Christa Zoller (Schatzmeisterin) und Josef Schmidt (Schriftführer) gewählt.

 

1989 

 

Nach jahrelangen Bemühungen konnte mit dem freien Journalisten der Erlanger Nachrichten, Klaus Speck, ein hauptamtlicher Geschäftsführer für eine Halbtagstätigkeit auf Werkvertragsbasis angestellt und eine Geschäftsstelle in der Wasserturmstraße 16 eingerichtet werden. Sein Arbeitsschwerpunkt, war neben den laufenden Geschäften, vor allem die Vorbereitung der Veranstaltungen zum Jahresmotto „Kultur und Sport“.

Am Brucker Faschingszug nahm man mit dem Motto „Zustand des Redoutensaales“ teil, nachdem dort deutlich der Putz zu bröckeln beginnt. Der Frühlingsbeginn wurde wieder mit einem bunten Abend begangen, diesmal nicht mehr unter dem Titel „Frühling in der Stadt“ sondern „Erlangen – Heimat für uns alle“, ein internationales Kulturfest mit Beiträgen ausländischer sowie Erlanger Gruppen. Zur Eröffnung der Erlanger Fußgängerzone am 3. Juni veranstaltete der Stadtverband zusammen mit anderen Organisationen das „Erlanger Spectaculum“ an dem sich rund 300 Interpreten mit Musik, Gesang, Tanz, Theater, Cabaret, Literatur und Folklore beteiligten. Mit der Veranstaltung „Kultur vor Ort“ am 23. Juli in den Stadtteilen Anger, Büchenbach-Nord, Kosbach und Siglitzhof wurde das Spektrum an Freizeit-und Kulturaktivitäten in den Stadtteilen dargestellt. Die „Rad-Kult-Tour“ des Freizeitamtes steuerte aus der Stadt die einzelnen Veranstaltungsorte an.

Im Juni erschien die 96-seitige Broschüre des Stadtverbandes „Aktiv sein im Verein“ mit allen Adressen der Vereine und wichtigen Informationen rund um die Kultur in der Stadt. Mit dem Ausscheiden von Klaus Speck als Geschäftsführer im Juli zog die Geschäftsstelle des Stadtverbandes ins Kulturamt um, wo Karin Krahl als ABM-Kraft stundenweise die Geschäfte führte. Nachdem sich kein neuer Geschäftsführer fand, kam man überein, künftig Personen für die Vorbereitung größerer Unternehmungen mit Werkvertrag zu beauftragen.

Das Interesse am „Tag der Vereine“, zusammen mit Stadtjugendring und Stadtverband der Erlanger Sportvereine, war nach der Anfangseuphorie im Vorjahr diesmal etwas gesunken. 67 Gruppen aus den verschiedensten Bereichen nutzten die Möglichkeit zur Präsentation. Auf der „Erlanger Kulturmesse“ im E-Werk war der Stadtverband mit einem Info-Stand vertreten.

Vertreter des Stadtverbandes nahmen an den Feierlichkeiten zur 25-jährigen Städtepartnerschaft in Rennes teil. Über das Jahr betreute der Stadtverband verschiedene Besucher aus Wladimir sowie das Folkloreensemble RUS während der Veranstaltung im Redoutesaal. 38 Erlanger machten sich im Oktober auf den Weg nach Wladimir zur fünften Bürgerreise. In dem Seminar „Marketingstrategien im Vereinsleben“ nahmen Vertreter von Mitgliedsvereinen Anregungen für die Darstellung nach außen auf. Die dichte Veranstaltungsfülle veranlasste den Vorstand in seinem Rechenschaftsbericht von 1989 als dem „Jahr der genutzten Chancen“ zu sprechen.

Ein völlig unerwartetes politisches Ereignis ließ am Jahresende auf nie geahnte Weise die Städtepartnerschaft mit Jena ins Zentrum des Handelns treten. Dabei hatte der Stadtverband für Ende Oktober eigentlich eine Reise nach Jena und Leipzig mit 50 Vereinsvertretern geplant, um einen erneuten Kontakt-Versuch zu starten. Nach der Öffnung der Grenze strömten stattdessen Besuchermassen aus Jena und anderen Städten der DDR in die Hugenottenstadt. Die Vorstandschaft und Vertreter aus Mitgliedsvereinen unterstützten die zentrale Anlaufstelle im Rathaus. Auf Initiative des Stadtverbandes verwandelte sich der Kulturtreff Helmstraße an den Wochenenden zu einem Bürgertreff Ost-West. Der Kulturaustausch begann mit einem Auftritt der Jenaer Turmbläser auf dem Weihnachtsmarkt.

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